Autor

Das Kommunikationsteam der Universitätsklinik Balgrist unterstützt die Autorinnen und Autoren der Fachbereiche journalistisch und bringt Informationen vor der Veröffentlichung in die geeignete Fassung.

Zurück zur Übersicht

Arthrose ist eine Alterserscheinung, kann aber auch Jüngere treffen. Verschwindet der Knorpel, schmerzen und versteifen die Gelenke. Nützt eine konservative Behandlung nichts, soll das Hüftgelenk ersetzt werden.

«Arthrose ist ein Tribut an viele gelebte Jahre», sagt der Hüftorthopäde Patrick Zingg. Der häufigste Grund an einer Hüftarthrose zu erkranken, sei das Leben selber. Bei einer Arthrose ist der Knorpel in den Gelenken abgebaut, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Typisch ist zudem, dass das Gelenk weniger belastet werden kann. Betroffene schildern oft ein Wechselspiel zwischen guten und schlechten Zeiten. Zingg beruhigt aber: «Zwar haben mit zunehmendem Alter alle Arthrose, aber nicht jede Arthrose macht Beschwerden».

Wir empfehlen eine Operation, wenn Patientinnen und Patienten trotz der konservativen Massnahmen leiden.

Ob jemand eine Hüftarthrose entwickelt, ist wenig beeinflussbar. Die stärksten Risikofaktoren sind angeborene oder entwicklungsbedingte Fehlformen des Hüftgelenks zusammen mit stark belastenden Sportarten wie z.B. Squash, Basketball oder Fussball. Das Zusammentreffen von Fehlformen und Hüftgelenk-belastenden Sportarten führt zu Mehr- oder Fehlbelastung und kann die Arthroseentwicklung beschleunigen, weshalb auch Jüngere bereits an einer Arthrose leiden können. Andere Risikofaktoren, wie entzündliche Gelenkerkrankung, Unfallfolgen, Übergewicht, Medikamenten-Nebenwirkungen bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen oder Tumorleiden, sind vergleichsweise seltene Ursachen.

Röntgenbild einer Hüfte mit Arthrose
Röntgenbild des Beckens mit Hüftarthrose beidseits.


Röntgenbild nach Hüft-Totalprothese beidseits.

Haben Sie eine Frage oder möchten einen Termin vereinbaren?

Kontaktieren Sie gerne unser Sekretariat oder besuchen unsere Website.

Gründe für einen Hüftgelenksersatz

Wird eine Arthrose festgestellt, wird zuerst versucht diese konservativ – also ohne Operation – zu behandeln. Die Belastung wird reduziert, Schmerzmittel verschrieben, Physiotherapie angeordnet und manchmal Cortison ins Gelenk gespritzt. «Bei neueren Behandlungsmethoden werden Hyaluronsäure oder angereichertes Blutplasma in die Gelenke gespritzt», sagt Patrick Zingg, die Wirksamkeit dessen wird aber kontrovers diskutiert. Gleiches gilt, wenn Betroffene manchmal auch auf Nahrungsergänzung wie «Vitamine und Mineralien schwören».

Betroffene müssen über die Vorteile und Risiken der Operation gut aufgeklärt werden.

Nützen die verschiedenen Behandlungsoptionen nicht, ist ein Hüftgelenksersatz die Therapie der Wahl. «Wir empfehlen eine Operation, wenn Patientinnen und Patienten trotz der konservativen Massnahmen leiden» erklärt der Orthopäde. Betroffene müssen über die Vorteile und Risiken der Operation gut aufgeklärt werden. Infektionen, Luxationen oder Brüche nach einem Sturz sind in der frühen postoperativen Phase die häufigsten, aber insgesamt seltene Komplikationen. Zingg zufolge, ist ein Hüftgelenksersatz aber einer der zuverlässigsten Eingriffe überhaupt: «Durch die Operation bekommt man typischerweise die verlorengegangene Lebensqualität vollumfänglich zurück». Für den Zeitpunkt der Operation berücksichtigt man fast ausschliesslich den Leidensdruck. Dies obwohl ein junges Patientenalter und ein hohes sportliches Aktivitätsniveau Wechseloperation wegen Verschleiss begünstigen. «Aktuell gibt es kein künstliches Hüftgelenk, das zuverlässig 30 Jahre hält», sagt der Spezialist, «aber ein Prothesenwechsel nach rund 20 Jahren hat heutzutage vergleichbar gute Resultate».

###VIDEO###
 

Wenn Rehabilitaiton, dann ambulant

Für einen Hüftgelenksersatz selber müssen die Patienten 3-4 Tage im Spital bleiben. «Anders als früher stehen Frischoperierte heutzutage am Operationstag auf und können ihr Bein voll belasten. Wobei ich empfehle, sich noch rund 2 Wochen zu schonen. Nach der Operation folgt eine ambulante Rehabilitation für wenige Wochen.» Eine stationäre Reha braucht es nur in seltenen Fällen. 95% erreichen nach einer Hüftoperation ihre volle Lebensqualität und können wieder Sport treiben.

Haben Sie eine Frage oder möchten einen Termin vereinbaren?

Kontaktieren Sie gerne unser Sekretariat oder besuchen unsere Website.

Wie wird ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt? Die obige Animation zeigt den Eingriff.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Die Chiropraktik erfreut sich steigender Beliebtheit bei Medizinstudierenden. Was man...

zum Artikel

Tanguy Nef (23) ist Skirennfahrer im A-Kader von Swiss Ski und Mitglied des Schweizerisch...

zum Artikel

Gabi Lagler bewegt sich gerne in der Natur. In jungen Jahren war sie eine erfolgreiche...

zum Artikel