Tanguy Nef (23) ist Skirennfahrer im A-Kader von Swiss Ski und Mitglied des Schweizerisch Akademischen Skiclubs (SAS). Der Westschweizer hat ein Ziel: Er will am Ende der Saison mindestens einmal auf dem Podest stehen.

Tanguy Nef trainiert im Wald Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit
Tanguy Nef trainiert im Wald Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit
Tanguy Nef trainiert im Wald Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit
Tanguy Nef trainiert im Wald Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit
Tanguy Nef trainiert im Wald Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit

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«Ich liebe es einfach, draussen zu sein und auf dem Schnee dahinzugleiten.» Aufgewachsen ist der 1.87m grosse Profisportler im Veyrier, Genf. Dort ist er auch Mitglied des Skiclubs SAS, der gleichzeitig sein Sponsor ist. Der akademische Skiclub hat sich zum Ziel gesetzt, den alpinen und nordischen Skirennsport auf Universitätsniveau zu fördern. Der Balgrist unterstützt diese Vision und engagiert sich als Hauptsponsor des SAS.

Tanguy möchte so lange wie möglich Ski fahren – das Studium erfolgreich abzuschliessen liegt aber klar im Fokus.

Das passt gut zu Tanguys Lebensinhalt; er studiert am renommierten Dartmouth College Informatik und Wirtschaftswissenschaften. Dank dem SAS kann Tanguy regelmässig trainieren und gleichzeitig Freundschaften pflegen. Der Skiclub fördert sportliche Aktivitäten auf höchstem Niveau und die Zugehörigkeit zu einer Community.
 

Einfach alles hinter sich lassen und losziehen

Tanguys Schritt, das Studium in den USA zu absolvieren, war eine mutige Entscheidung. Der Westschweizer begann sein neues Leben aber sehr bald zu mögen. Die Frage, ob Skifahren der absolute Lebenstraum sei, relativiert er: «Für mich ist Skifahren immer noch ein Hobby – etwas, das ich gerne zum Spass mache.» Dennoch ist Tanguys grösster Traum irgendwann eine olympische Medaille zu gewinnen. In der letzten Saison 2018 fuhr er an seinem ersten Weltcup-Rennen in Levi sein bisher bestes Resultat heraus: ein elfter Rang. Tanguy möchte so lange wie möglich Ski fahren – das Studium erfolgreich abzuschliessen liegt aber klar im Fokus. «Ich bin gespannt und freue mich auch auf die Zeit nach meiner Skikarriere.»
 

Mit gezieltem Training Verletzungen vorbeugen

Am Lauberhorn-Rennen erreichte ich einmal einen Top-Speed von 147 km/h, das war am «Haneggschuss», an der Stelle mit den höchsten Tempi im Weltcup. Vor so hohen Geschwindigkeiten habe ich natürlich Respekt, schlussendlich geniesse ich das aber auch. Die Athleten geben ihr Bestes, um Verletzungen zu vermeiden – jeder weiss aber, dass der Skisport Verletzungen mit sich bringt. Tanguy ist überzeugt: um Verletzungen vorzubeugen muss man auch verstehen, was dabei passiert.

Die Athleten geben ihr Bestes, um Verletzungen zu vermeiden – jeder weiss aber, dass der Skisport Verletzungen mit sich bringt.

Er glaubt auch, dass ein Grossteil an Verletzungen verhindert werden kann, wenn man sich mental auf riskante Situationen einstellt. «Im Sommer beginnt mein Tag sehr früh – oft wird auf dem Gletscher in 3000 bis 4000 Metern Höhe trainiert», sagt der 23-Jährige. Gefahren wird bis in den Nachmittag hinein, danach gibt es eine Zwischenmahlzeit. Nach einer kurzen Schlafpause geht es mit dem Trockentraining weiter: hier werden anhand verschiedener Übungen Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer verbessert. An Trainingstagen gehen die Athleten in der Regel früh ins Bett, da sie nach einem langen Tag sehr erschöpft sind.

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Bereits im Herbst mit dem Training beginnen

Carving-Skis haben dazu geführt, dass es gesamthaft weniger Verletzungen gibt. «Das ist durch Studien belegt», weiss Prof. Scherr, Chefarzt des Universitären Zentrums für Prävention und Sportmedizin. Was aber zugenommen hat, ist die Zahl der schweren Knieverletzungen, wobei Frauen anscheinend ein fast doppelt so hohes Risiko haben wie Männer. Das Verhältnis zwischen Beinbeuger und -strecker spielt eine entscheidende Rolle: im Beinbeuger steckt häufig weniger Kraft als in der Beinstreckmuskulatur.

Wer im Winter intensiv Sport treibt, sollte bereits im Herbst mit einem vorbereitenden Training beginnen, vor allem wenn es Hinweise gibt für eine muskuläre Dysbalance.

Das führt zu einem erhöhten Verletzungsrisiko am Kniegelenk. Frauen sind hier leider im Nachteil aufgrund der weiblichen anatomischen, neuromuskulären und hormonellen Besonderheiten. Mit einem gezielten Training lässt sich das Risiko einer Knieverletzung aber minimieren. Einen positiven Effekt haben Kraft-, Propriozeptions- und vorbereitendes Konditionstraining wie Skigymnastik oder Stabilisationstraining. Bei Frauen und bei Männern. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Wer im Winter intensiv Sport treibt, sollte also bereits im Herbst mit einem vorbereitenden Training beginnen, vor allem wenn es Hinweise gibt für eine muskuläre Dysbalance.
 

«Am Slalom reizt mich die Technik»

Tanguys Lieblings-Weltcup ist ganz klar Wengen. Obwohl er am Rennen nicht mitfahren konnte, weil er an der Universität Prüfungen ablegen musste, absolvierte er das Training und war im Vorlauf mit dabei. «Ich mag die heimische Atmosphäre und die Piste ist immer steil und eisig – Bedingungen, die mir sehr entsprechen und die mir in meiner Disziplin Slalom entgegenkommen». Der Slalom erfordert ein hohes Mass an Technik und Präzision und wird damit jedes Mal zur Herausforderung. Es gibt zwei Läufe; derjenige, der den ersten gewinnt, hat nicht zwingend einen Vorteil. Im zweiten Lauf kann alles passieren, das ist eine grosse mentale Herausforderung. Dann kann man ins Straucheln geraten und man ist plötzlich ausgeschieden. Es ist ratsam, von oben bis unten präzise zu fahren.

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