Friederike Wippermann

Autorin

Dr. med. Friederike Wippermann ist Fachärztin Kinder- und Jugendmedizin und arbeitet seit Oktober 2019 in der Universitätsklinik Balgrist.

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Körperliche Bewegung ist für die körperliche und psychische Entwicklung von gesunden wie chronisch kranken Kindern und Jugendlichen sehr wichtig. Die pädiatrische Sportmedizin (auch Kindersportmedizin) befasst sich mit Fragestellungen rund um Verletzungen, Erkrankungen und Prävention im Freizeit- und Leistungssport.

Friederike Wippermann im Park der Universitätsklinik Balgrist. Seit 2014 hat sie den Facharzttitel für Kinder- und Jugendmedizin.

Die meisten Kinder, die ich im pädiatrischen Alltag untersuche, betreiben entweder in ihrer Freizeit Sport oder trainieren mit dem Ziel einer Karriere im Leistungssport. Diese Kinder und Jugendlichen üben Sportarten wie Kunstturnen, rhythmische Gymnastik, Fussball, Handball, Basketball, Ski, Eis- oder Unihockey aus, um nur einige Beispiele zu nennen. 

Freizeitsportler kommen eher mal mit einer Verletzung zu uns. Im Leistungssport betreuen wir Kinder, die beispielsweise sechs Mal pro Woche trainieren.


Freizeitsportler kommen eher mal mit einer Verletzung zu uns. Im Leistungssport betreuen wir Kinder, die beispielsweise sechs Mal pro Woche trainieren. Diese kommen zur jährlichen sportmedizinischen Untersuchung (SPU, Check-up) zu uns oder werden aufgrund von Verletzungen behandelt. Ein drittes Angebot ist die Rehabilitation: Kinder und Jugendliche, die eine Verletzung hatten, oder solche mit chronischen Erkrankungen werden im Trainingsaufbau begleitet.

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Prävention beugt vor
In der Sportmedizin und im Leistungssport sind in der Prävention zwei Themengebiete wichtig: die Vermeidung von Beschwerden des Bewegungsapparates und das Erkennen möglicher Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei der Untersuchung des Bewegungsapparates schauen wir auf akute Verletzungen oder arbeiten gezielt darauf hin, Überlastungsschäden zu vermeiden. Ein Beispiel: Ein Leistungsturner fällt bei bestimmten Gymnastikübungen ins Hohlkreuz – dies führt häufiger zu Rückenschmerzen und möglichen Verschleisserscheinungen an der Wirbelsäule. Mit gezieltem Aufbautraining kann er seine Rückenmuskeln stärken und Verletzungen somit vorbeugen.

Kinder und Jugendliche sollen Sport treiben, aber nicht zu einseitig.

Um mögliche Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Zusammenhang mit anstrengender körperlicher Aktivität rechtzeitig zu erkennen, untersuchen wir Herz und Lunge der Kinder und führen z.B. ein EKG zur Ableitung der elektrischen Aktivität am Herzen, quasi dem Taktgeber, durch. Aber auch Erkrankungen der Lunge oder der Luftwege, wie zum Beispiel Asthma bronchiale, welches teilweise auch durch Sport getriggert werden kann, können diagnostiziert und therapiert werden.


Was ist das richtige Mass an Bewegung?
Bewegungsmangel kann Auswirkungen auf die motorische Entwicklung und auch die Gesundheit von gesunden und kranken Kindern und Jugendlichen haben. Sport im Wachstum ist grundsätzlich empfehlenswert. Das richtige Mass kann aber nicht pauschal definiert werden, es ist abhängig vom Alter (Wachstum) und Geschlecht des Kindes aber auch von dem bestehenden Trainingszustand. Die Sportmedizin empfiehlt allen Kindern und Jugendlichen abwechslungsreiche Bewegung. Auch kranke Kinder profitieren von sportlichen Aktivität und sollten zu Bewegung ermutigt werden – wichtig ist eine gründliche Abklärung im Voraus und die richtige Dosierung. Aus diesem Grund ist eine gezielte Erfassung des aktuellen Leistungsstatus von eminenter Bedeutung – denn nur, wer seine Leistungsfähigkeit kennt, kann sich auch individuell optimal belasten.


Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen
Kinderärzte oder Kinderkardiologen tragen immer wieder die Frage an uns heran, in welchem Umfang sich z.B. ein Kind mit einem angeborenen Herzfehler bewegen darf. Darf es uneingeschränkt am Sportunterricht teilnehmen? Welche Warnsignale gibt es? Wir können in einer umfangreichen Untersuchung die individuelle Leistungsfähigkeit der Kinder bestimmen und anschliessend Empfehlungen für körperliche Belastung oder ein Training abgeben. In Kooperation mit verschiedenen Abteilungen des Universitäts-Kinderspitals Zürich betreuen wir Kinder mit chronischen Erkrankungen wie einem angeborenen Herzfehler, Asthma bronchiale oder Übergewicht und Adipositas.


Sportmedizinische Untersuchungen in der Kindersportmedizin
Das Universitäre Zentrum für Prävention und Sportmedizin betreut nebst Erwachsenen auch Kinder und Jugendliche. Das Team ermittelt die individuelle Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen, betreibt Prävention und Aufklärung und fungiert als Anlaufstelle bei sport-assoziierten Verletzungen am Bewegungsapparat.

Bei den Untersuchungen können wir

  • die körperliche Leistungsfähigkeit eines Kindes/Jugendlichen bestimmen,
  • gezielte und individuell optimal angepasste Trainingsempfehlungen formulieren,
  • mögliche Defizite oder Risikofaktoren erkennen und wenn notwendig weitere Untersuchungen in die Wege leiten,
  • mögliche Überlastungsschäden des heranwachsenden Kindes frühzeitig erkennen und mit entsprechenden Empfehlungen bezüglich des Trainings und der körperlichen Belastung reagieren und
  • bei chronisch kranken Kindern individuelle Belastungsintensitäten festlegen.

Welche Untersuchungen können wir durchführen?

  • Klinische (körperliche) Untersuchung
  • Anthropometrische Untersuchung (d.h. Erfassung der Körperzusammensetzung)
  • Ruhe-EKG
  • Lungenfunktionsprüfung inkl. Metacholin-Provokation
  • Blutuntersuchung (z.B. zum Ausschluss von Infektionen, Eisen- oder Vitaminmangelzuständen)
  • Belastungs-EKG
  • Spiroergometrie
  • Laktatdiagnostik

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