Syringomyelie nach Rückenmarksverletzung – eine seltene Komplikation

Bei einer Syringomyelie oder auch Syrinx genannt, handelt es sich um eine Ansammlung beziehungsweise um ein Aufstauen von Nervenwasser im Bereich des Rückenmarks.

Autor

Dr. med. Markus Hupp stammt ursprünglich aus Würzburg in Nordbayern/Unterfranken. Nach Tätigkeiten in neurologischen und neuroradiologischen Kliniken in Bamberg, Würzburg und Frankfurt, ist er vor drei Jahren zur Universitätsklinik Balgrist gestossen. Als Oberarzt der neurophysiologischen Abteilung betreut er eine der Stationen des Zentrums für Paraplegie. In seiner Freizeit ist Markus Hupp gerne in der Natur, geht joggen, schwimmen und Velo fahren.

Markus Hupp
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Links: Normales Rückenmark mit relativ dunkler Darstellung
Rechts: Darstellung von hellen Veränderungen im Rückenmark deuten auf Syringomyelie
T1= erster Brustwirbelkörper | T12= zwölfter Brustwirbelkörper

Diese Komplikation tritt bei etwa vier bis fünf Prozent der Patienten mit einer Rückenmarksverletzung auf. Sie kann auch erst mehrere Jahre nach der Verletzung Probleme bereiten.

Typischerweise bemerken die Patienten eine Veränderung, welche sich durch das Aufsteigen von Gefühlsstörungen in Richtung Kopf bemerkbar macht. Mit der Zeit sind diese Störungen auch in den Armen spürbar und später kann es sein, dass die Betroffenen in ihrer Kraft eingeschränkt sind. Anfangs haben die Betroffenen oft elektrisierende oder brennende Schmerzen oder sonstige Sensibilitätsstörungen. Durch Druckerhöhungen im Körper, welche beispielsweise beim Husten ausgelöst werden, werden diese Empfindungen verstärkt.

Wir empfehlen den Betroffenen eine neurologische und neurophysiologische Untersuchung – das sind Leitungsmessungen des Rückenmarks - in einem auf Rückenmarkserkrankungen spezialisierten Zentrum. Sollte sich der Verdacht auf eine Syringomyelie erhärten, ist zunächst eine sogenannte Kernspintomographie des Rückenmarks erforderlich. Dabei können die Veränderungen des Rückenmarks im MRI-Bild erkannt werden.

Die Behandlung der Syringomyelie ist insgesamt komplex und erfolgt optimalerweise in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten und erfahrenen Neurochirurgen. Zunächst müssen meist Verlaufsuntersuchungen durchgeführt werden. Falls sich die Probleme beim Patienten weiter verschlechtern, sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden. Diese wird für jede Rückenmarksveränderung individuell geplant und sollte nur durchgeführt werden, wenn sie unbedingt erforderlich wird. Kürzlich konnten wir erfreulicherweise auch die spontane Rückbildung einer Syringomyelie bei einem unserer Patienten beobachten.

Insgesamt sind die Ursachen der Entwicklung einer Syringomyelie noch unzureichend erhoben und Gegenstand der Forschung. Manchmal sind die Patienten auch bereits von Geburt an betroffen.

Sollten Sie zu diesem Thema weitere Fragen haben, können Sie uns gerne jederzeit kontaktieren.

 

Kommentare (3)

  • Remo Burkart am 04. Oct 2017 um 15:34 sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Bei mir wurde leider auch die Diagnose "Syrinx" festgestellt. Bereits in einem ausgeprägten Stadium. Nun geht es um die Überweisung zu einem Spezialisten. Darf ich Sie Fragen, ob dies in der Balgrist Klinik Herr Dr. med. Markus Hupp ist oder ein anderer Arzt der auf "Syrinx" spezialisiert ist?

    Besten Dank für Ihr Feedback und beste Grüsse,
    Remo Burkart

    Auf diesen Kommentar antworten
    • admin am 05. Oct 2017 um 11:39 sagt:

      Sehr geehrter Herr Burkart

      Unser neurologisches Team um Professor Curt ist in der Diagnostik, Beurteilung und Therapieplanung einer Syrinx sehr erfahren. Gerne können wir Sie für eine eingehende Bestandsaufnahme in unserem Ambulatorium aufbieten.
      Sofern Sie dies wünschen, können Sie gerne über unser Sekretariat telefonisch unter 044 386 38 06 einen Termin vereinbaren.

      Freundliche Grüsse
      Markus Hupp

      Auf diesen Kommentar antworten
  • Corinne Schöni am 09. Mar 2019 um 01:03 sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren Bei mir wurde seit etwa 3 Jahren eine Syringomyelie diagnostiziert. Die Verhärtungen des Liquors haben sich zu 17cm langen Höhlen gebildet und befindet sich in der Brustwirbelsäule wo sich das zentral Nervensystem befindet. Bei mir besteht nach einer Operation einvRisiko einer Querschnittslähmung zwischen 80-90%. So hat es mir jedenfalls mein Hausarzt erklärt... Er meinte, dass man nichts unternehmen kann. Habe noch Arthrose, Skoliose, Hohlkrez, Fibromyalgie, eine Diskushernie und weiter Probleme. Ich habe chronische Schmerzen im ganzen Körper seit etwa 10 Jahren. Ich habe mehrere Therapien gemacht, die jedoch alle erfolglos waren. Ich weiss wirklich nicht mehr was ich tun soll! Diese Schmerzen 24/24 Stunden seit Jahren sind für mich sehr mühsam und kann kein "normales Leben führen" das es ein Handicap im Alltag ist. Kochen, essen, schlafen, arbeiten, gehen, tragen, Soziales Umfeld, etc. Sind sehr Schmerzhaft, bin keine Sekunde schmerzfrei... Manchmal fehlt mir die Kraft und Fälle in ein Tief, da ich nicht mehr weiter weiss... Habe jedoch Hoffnung auf eine Besserung oder Linderung. Könntet ihr mir vielleicht weiter helfen oder Tipps geben? Seit ca. 4 Jahren mach ich Physiotherapie und Psychotherapie. Medikamente seit ca. 3 Jahren 400mg Palexia Retard täglich. Mein Hausarzt kennt sich bei dieser Krankheit nicht aus.. Liebe Grüsse Corinne Schöni Auf diesen Kommentar antworten

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