Linard Filli

Autor

Dr. sc. Linard Filli ist seit Oktober 2018 stellvertretender Leiter des Swiss Center for Clinical Movement Analysis der Balgrist Campus AG. Er hat in der Arbeitsgruppe von Prof. Martin Schwab auf dem Fachbereich der experimentellen Rückenmarksforschung doktoriert und war bis 2018 wissenschaftlicher Leiter des Lokomotionslabors der Klinik für Neurologie am Universitätsspital Zürich.

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Das Swiss Center for Clinical Movement Analysis (SCMA) begleitet Forschungsprojekte bei funktionellen Analysen des Bewegungsapparats. Die hoch-technologisierte Infrastruktur ermöglicht eine präzise und objektive Quantifizierung von Bewegungsabläufen.

Funktionelle Einschränkungen des Bewegungsapparates sind allgegenwärtig und hindern Patienten oftmals daran, ihren Alltag beschwerdefrei zu meistern. Bewegungsstörungen können durch orthopädische und neurologische Defizite hervorgerufen werden. Während die Ausführung verschiedener Bewegungen oftmals automatisiert ist und simpel erscheint, ist die Quantifizierung von Bewegungsabläufen äusserst komplex.

Bewegungen objektiv und präzise zu messen ist die Grundvoraussetzung für die Entwicklung von therapeutischen Massnahmen.

Defizite im Bewegungsmuster sind nur schwer zu charakterisieren und werden im klinischen Alltag oftmals durch subjektive Methoden (z.B. visuelle Inspektion und Patientenrückmeldungen) erfasst. Für die Erfassung von motorischen Defiziten sowie von Veränderungen der Bewegungsqualität und –quantität (z.B. prä- vs. post-operativ) ist es daher entscheidend, Bewegungen objektiv und präzise zu messen. Eine objektive Quantifizierung der Bewegungsfunktionalität ist die Grundlage für die Entwicklung von therapeutisch angemessenen Interventionen, die eine Verbesserung des muskuloskelettalen Bewegungsapparates anstreben.
 

Hoch-technologisierte Infrastruktur für die Forschung

Das Swiss Center for Clinical Movement Analysis (SCMA) hat im August 2019 seinen vollumfänglichen Betrieb aufgenommen. Ziel des SCMA ist es, Forschungsgruppen bei funktionellen Analysen des Bewegungsapparats mittels Infrastruktur und Expertise zu unterstützen. Das SCMA verfügt über eine hoch-technologisierte Infrastruktur und bietet verschiedene Analysemethoden zur Erfassungen von Bewegungen an. Hierzu gehören kinematische und kinetische (Druck- und Kraftmessungen) Ganganalysen, mobile Messung der Muskelaktivität (Elektromyographie) oder metabolische Messungen während körperlicher Aktivität (Spiroergometrie). Die verschiedenen Analysemethoden erlauben es den Forschungsgruppen, verschiedene Aspekte der Bewegung präzise zu quantifizieren.

Das SCMA verfügt mit dem GRAIL-System über ein instrumentiertes Laufband mit Neige- und Schwenkfunktion, das realistische, alltagsnahe Gangszenarien in Virtual Reality Umgebungen zulässt.

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Das SCMA verfügt zudem über verschiedene Gangunterstützungssysteme, die Bewegungsanalysen und Trainings stufenweise, d.h. an den Schweregrad der Bewegungseinschränkung angepasst, begünstigen. Beispielsweise kann der Lokomat® bei Patienten eingesetzt werden, deren Gehfähigkeit stark eingeschränkt oder inexistent ist. Ein mobiles, modulierbares Gewichtsentlastungssystem (FLOAT) im Bewegungslabor dient dazu, Patienten früh nach einer Operation oder einem Unfall schonend zu trainieren und zu analysieren. Zudem verfügt das SCMA mit dem GRAIL-System, über ein instrumentiertes Laufband mit Neige- und Schwenkfunktion, das realistische, alltagsnahe Gangszenarien in Virtual Reality Umgebungen zulässt. Das GRAIL-System eignet sich hervorragend für herausfordernde Gangszenarien (z.B. Gangperturbationen) bei funktionell fortgeschrittenen Patienten. Forschungsgruppen, die über keine Erfahrung im Bereich der Bewegungsanalyse verfügen, können bei der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Studienmessungen die Hilfe der SCMA-Mitarbeitenden in Anspruch nehmen.

Forschungsgruppen, die das SCMA nutzen:

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