Die Spitäler sind auf dem Weg in eine neue Normalität. Auch wir schalten sorgfältig und mit Umsicht zurück in den Normalbetrieb. Wie sieht der neue Klinikalltag aus und was hat sich verändert? Wir blicken zurück.

Die Coronavirus-Pandemie hat in der Schweiz zu einer ausserordentlichen Lage geführt. Es war zu befürchten, dass auch hier das Gesundheitswesen an seine Kapazitätsgrenzen stossen könnte. Dank rigoroser Massnahmen kam es nicht soweit. Bereits früh hat die Universitätsklinik Balgrist die Taskforce «COVID-19» gegründet und war entsprechend vorbereitet, sofort die ersten pandemiebedingten Massnahmen zu treffen. Dabei ging es in erster Linie darum, die bereits geltenden, strengen Hygienemassnahmen zu prüfen.

Alle Massnahmen hatten von Anfang an zwei Ziele: erstens Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende vor Ansteckung zu schützen und zweitens die Verbreitung des Virus eindämmen, um das Gesundheitssystem vor einem Kollaps zu bewahren.

Im ganzen Spital aufgehängte Plakate sorgten dafür, dass auch die Patientinnen und Patienten immer gut informiert waren. Der Zutritt zum Spitalgebäude wurde kanalisiert, die Seiteneingänge wurden geschlossen, und beim Haupteingang die nötigen Kontrollen durchgeführt. Alle Massnahmen hatten von Anfang an zwei Ziele: erstens Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende vor Ansteckung zu schützen und zweitens die Verbreitung des Virus eindämmen, um das Gesundheitssystem vor einem Kollaps zu bewahren.
 

In der ganzen Klinik gilt eine Maskenpflicht für Personal und Patienten.
In der ganzen Klinik gilt eine Maskenpflicht für Personal und Patienten.


Einschneidende Massnahmen

Schon früh erliess die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich ein Besuchsverbot. Einschneidend für die Patienten. Dann folgte die Anordnung, auf nicht-dringende Behandlungen zu verzichten. Das war für hoffnungsvolle Patientinnen und Patienten sowie für die Klinik gleichermassen gravierend. Auch die Balgrist-Mitarbeitenden waren von schwerwiegenden Massnahmen betroffen, etwa im Zuge der Schulschliessungen. Übers Wochenende stellte die Universitätsklinik Balgrist in einer Parforceleistung einen internen Kinderhütedienst auf die Beine. Ein Sitzungsraum wurde in ein Spielzimmer verwandelt, eine Ludothek stellte Spielzeug zur Verfügung, und freiwillige Helferinnen und Helfer meldeten sich reihenweise.


Dank der Kinderhüeti konnten die Mitarbeitenden ihre Kinder betreuen lassen.
Dank der Kinderhüeti konnten die Mitarbeitenden ihre Kinder betreuen lassen.


Neue IPS früher als geplant eröffnet

Wie auch die anderen Spitäler erhöhte die Universitätsklinik Balgrist die coronaspezifische Behandlungskapazität, um dem erwarteten Ansturm von Covid-19-Patient/innen gerecht zu werden. Dies obwohl sie als spezialisierte Orthopädie-Klinik im Gegensatz zu den Akutspitälern nicht zu den COVID-19-Spitälern gehört – im Balgrist waren denn auch bis heute keine COVID-19-Patienten zu behandeln. Das oberste Ziel blieb indessen, immer genügend Intensivpflegeplätze und Beatmungsstationen bereit zu halten, weshalb denn auch die neue Intensivpflegestation (IPS) früher als geplant den Betrieb aufnahm. Bisher hatte die Universitätsklinik Balgrist im Intensivpflegebereich über vier IMC-Plätze (Intermediate Care) verfügt, wo Patienten mit einem hohen Überwachungs- und Betreuungsaufwand versorgt werden konnten. Mit den sechs neuen IPS-Betten ist nun die minimal vorgeschriebene Grösse einer IPS geschaffen.

Eines der sechs Intensivpflegebetten auf der neuen IPS.
Hervorragende Infrastruktur: eines der sechs Intensivpflegebetten auf der neuen IPS.


Not macht erfinderisch

Als Masken und Brillen zum Schutz vor dem Coronavirus weltweit Mangelware wurden, ging das Forscherteam ROCS der Universitätsklinik Balgrist zusammen mit der Balgrist Campus AG und der Balgrist Tec AG innovative Wege. Es produzierte eine Art «face shield» aus dem 3D-Drucker. Dieser Gesichtsschutz ist sterilisierbar und mit einer austauschbaren, sich nicht beschlagenden Spezialfolie versehen – ein Beitrag namentlich zum Schutz der Mitarbeitenden im Spital.

Gesichtsschutz aus dem 3D-Drucker.
Not macht erfinderisch: Gesichtsschutz-Masken aus dem klinikeigenen 3D-Drucker.


Information schafft Vertrauen

Ein wesentlicher Faktor zur Bewältigung der ausserordentlichen Lage war die Information der Mitarbeitenden. Systematische und regelmässige interne Kommunikation hielt sie auf dem Laufenden. Ausserdem stand ihnen eine Hotline für sämtliche medizinischen, betrieblichen und auch persönlichen Anliegen offen.

Wenn die Universitätsklinik Balgrist jetzt den Normalbetrieb langsam wieder aufnimmt, lässt sie das ursprüngliche Ziel der Corona-Bekämpfung nicht aus den Augen: den Schutz von Mitarbeitenden und Patientinnen und Patienten. Deshalb werden gewisse Massnahmen sogar verschärft. Mit den ersten Lockerungen geht z. B. eine generelle Maskentragpflicht im Spitalgebäude einher. Rückblickend hat sich gezeigt, dass wir eine ausserordentliche Lage überstehen und die befürchteten Szenarien vermeiden konnten – dank vorausschauender Planung, verbunden mit situationsgerechter Flexibilität und der aussergewöhnlichen Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden aller Bereiche sowie zugezogener Fachleute.

Passend zum Thema: Drei Videos zum Schutzkonzept der Universitätsklinik Balgrist

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