Judith Seitz

Autorin

Judith Seitz ist Leiterin Pflegedienst der Universitätsklinik Balgrist. Gemeinsam mit der Ausbildungsverantwortlichen Regula Tobler verantwortet sie das Projekt ZIPAS – Zürcher Interprofessionelle Ausbildungsstation im Balgrist.

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Studierende und Lernende sollen bereits während der Ausbildung gemeinsam Patientinnen und Patienten betreuen und berufsübergreifend, interprofessionell zusammenarbeiten, so das Ziel des Projekts «Interprofessionelle Ausbildungsstation» (ZIPAS), bei dem Balgrist als Partnerspital mitwirkt.

Die Universitätsklinik Balgrist ist nach dem Universitätsspital Zürich (USZ) die zweite Klinik, die ein entsprechendes Pilotprojekt durchgeführt hat. An der Behandlung und Betreuung von Patientinnen und Patienten sind unterschiedliche Berufsgruppen beteiligt. Sie arbeiten interprofessionell, d.h. berufsübergreifend zusammen. Nur im Zusammenspiel der verschiedenen Fachpersonen lässt sich eine optimale Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherstellen. Damit Lernende und Studierende sich auf diese anspruchsvolle Zusammenarbeit vorbereiten können, wird am Balgrist für 4 Wochen, eine innovative interprofessionelle klinische Ausbildungsstation geschaffen. Auszubildende aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen sollen gemeinsam Patientinnen und Patienten betreuen können. Erfahrene Fachpersonen stehen ihnen dabei als Supervisorinnen und Supervisoren (Facilitatoren) unterstützend zur Seite. Eine erste vierwöchige Pilotphase ist 2019 erfolgreich verlaufen. Eine zweite Pilotphase ist für das nächste Jahr vorgesehen.

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 Die unterschiedlichen Berufsgruppen bereiten sich schon während der Ausbildung auf die spätere interprofessionelle Zusammenarbeit vor. Das verbessert die Qualität der Behandlung und Betreuung.

Während ihres ZIPAS-Aufenthalts erarbeiten die Auszubildenden selbstständig ein Behandlungskonzept für jeden Patienten, jede Patientin und führen im Team alle medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Aufgaben selbstständig durch. Dabei trainieren sie neben den fachlichen auch die interprofessionellen Kompetenzen. Wie lassen sich im Team Entscheide finden und umsetzen? Welches sind die Schnittstellen, wo gibt es Reibungspunkte und was kann ich als Fachperson beitragen, damit die Arbeit im interprofessionellen Team gut funktioniert? Die Auszubildenden setzen sich mit den Prozessen auseinander und reflektieren die eigene Rolle. Sie üben die Kommunikation im Team und diejenige mit Patienten und Angehörigen. Das Ziel ist ein gemeinsames Verständnis über interprofessionelle Zusammenarbeit. «Die Auszubildenden erwerben ein Bewusstsein für Verantwortlichkeiten und lösungsorientiertes Handeln zum Wohle des Patienten. Sie lernen nicht nur, was die beste Therapie ist, sondern auch wie man sie als interprofessionelles Team bestmöglich umsetzt», so Judith Seitz und Regula Tobler.
 

Gemeinsam die Ausbildung verbessern

Entwickelt wurde ZIPAS von Careum AG Bildungszentrum für Gesundheitsberufe, Careum Stiftung, Universitätsspital Zürich, der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich, vom Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen und dem Departement Gesundheit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Die beteiligten Bildungsinstitutionen und Spitäler schlagen mit ZIPAS einen neuen Weg ein für die Bildung im Gesundheitsbereich.

Eine exzellente interprofessionelle Zusammenarbeit führt dazu, dass die Patientinnen und Patienten, die Angehörigen und auch die Mitarbeitenden zufriedener sind.

Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass es ein erfolgsversprechender Weg ist – für die Patientinnen und Patienten, die Studierenden und Lernenden. Und auch für die Spitäler. Interprofessionelle Ausbildungsstationen können folgende Faktoren verbessern: die Patientensicherheit, die Zufriedenheit der Patientinnen, Patienten und Angehörigen, die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, das Klima im Team, das gegenseitige Verständnis und das Vertrauen in die Zusammenarbeit. Darüber hinaus lassen sich der Verbrauch von Medikamenten, die Zahl unnötiger Untersuchungen und die Kosten reduzieren. Der Balgrist ist nach dem USZ die zweite Klinik, die sich an ZIPAS beteiligt. Es ist geplant, weitere Partner zu gewinnen und das Projekt auf die ganze Schweiz auszuweiten, sodass möglichst viele Auszubildende von ZIPAS profitieren können.
 

Über das Projekt

Mehr Informationen und ein Video zu ZIPAS finden Sie unter www.zipas.ch
 

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