Darmfunktion nach Schädigung des Rückenmarks

«Redet offen über eure Beschwerden und Beklemmnisse, über eure Intimitäten und alle Probleme rundherum. Euer Vertrauensarzt steht euch nahe, kennt euren Körper und weiss auch, wie man lernt damit umzugehen und sich selbst zu therapieren. Eure Gefühle und Belastungen im Alltag müssen am richtigen Ort kommuniziert werden. Nur so werdet ihr verstanden.» (Empfehlung einer querschnittgelähmten Patientin am Zentrum für Paraplegie Balgrist).

Autor

Jsabella Frei ist ein Urgestein am Zentrum für Paraplegie Balgrist, seit knapp 22 Jahren arbeitet sie im Zentrum – heute ist sie HöFa I und Qualitätsverantwortliche in der Pflege. In ihrer Freizeit besucht Jsabella Frei u.a. Konzerte oder erholt sich in Ägypten unter Wasser – sie ist passionierte Taucherin.

Jsabella Frei
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Die Schädigung des Rückenmarks hat bezüglich der Darmfunktion vor allem Einfluss auf die willentlich kontrollierbare Stuhlentleerung. Gleichzeitig können eine gehemmte Darmmobilität sowie ein Verlust der effektiven Propulsion (Vorwärtstreiben) im absteigenden Dickdarm und Enddarm bestehen.

darm

Beim Darm gibt es grundsätzlich drei verschiedene Lähmungstypen:

Reflex-Enddarm: Hier besteht eine Lähmung oberhalb der Brustwirbelfraktur 11. Der Spannungszustand des glatten, inneren Muskels ist stark erhöht bis spastisch

Schlaffer Enddarm: Hier besteht eine Lähmung unterhalb des Lendenwirbelkörpers 1. Der äussere und innere Schliessmuskel sind schlaff respektive ständig erweitert, was häufig eine Inkontinenz zur Folge hat.

Mischtypen: Bei inkompletten Lähmungen können Restfunktionen der Schliessmuskeln erhalten sein, so dass es zu einem unvollständigen Typ zwischen Reflex- und schlaffem Enddarm kommt.

Es ist der Bauch, für dessen Befriedigung ein grosser Teil der Menschheit arbeitet – und der die meisten Leiden für die Menschheit bringt. (Plinius, römischer Schriftsteller)

Das Bewusstsein für die Darmproblematik kommt erst mit der Zeit

Leider ist es kaum vermeidbar, dass sich ein Patient mit einer frischen Querschnittlähmung bei Spitaleintritt ausgeliefert und jeglicher bisher gewohnten Intimsphäre beraubt fühlt.

Gerade was das Thema Darmrehabilitation betrifft, stellen sich verschiedene ethische Fragen. Menschen mit Querschnittlähmung werden täglich von fremden Individuen manuell ausgeräumt: ein starker Eingriff in die Intimsphäre. Ob jung oder alt, es ist eine peinliche Prozedur, welche die Patienten über sich ergehen lassen müssen. Dies bedingt viel Feingefühl seitens der Pflegefachpersonen und dementsprechend Erklärungen, warum diese Handlungen vollzogen werden.

Vielfach steht bei unseren Patienten die Darmrehabilitation anfangs nicht im Vordergrund, da Physio-/Ergotherapien wichtiger sind. Im Verlauf der Rehabilitation ändert sich diese Einstellung, da peinliche Zwischenfälle entstehen können, die je nach Situation ärgerlich sind.

Patienten wieder in ihren gewohnten Abführ-Rhythmus bringen

Während des stationären Aufenthaltes im Rahmen der Erstrehabilitation wird die Darmtätigkeit jedes einzelnen Patienten so „eingestellt“, dass sie bei Austritt über eine verlässliche Kontinenz verfügen. Die Patienten werden ausführlich über das Vorgehen zu Hause informiert, um künftige Darmentleerungsprobleme zu vermeiden.

Beim Darmtraining muss die willentliche Steuerung der Stuhlentleerung über das Stuhlganggefühl durch einen genauen Zeitplan (1-2 tägliche Stuhlentleerung; jeweils zur genau gleichen Tageszeit) ersetzt werden. Durch ein konsequentes Einhalten des Stuhlschemas lässt sich eine regelmässige Entleerung „antrainieren“. Die orale Einnahme von Abführmitteln, Quell- und Fasermitteln, wie auch der Einsatz von Abführzäpfchen, müssen individuell auf den Patienten angepasst werden.

Durch Anleitung seitens der Pflege lernen querschnittgelähmte Menschen, mittels Medikamenten und Techniken, sich selbständig abzuführen. Tetraplegische Menschen sind in der Regel aufgrund der mangelnden Handfunktion auf Fremdhilfe angewiesen.

Ziele der Rehabilitation

  • Der Patient kennt die Abführmittel und deren Wirkung
  • Erreichen einer regelmässigen, ausgeglichenen Darmentleerung
  • Darmentleerung täglich oder jeden zweiten Tag zu genau derselben Tageszeit
  • Vermeidung von Verstopfung oder Durchfall
  • Der Patient kennt den Einfluss von Nahrungsmitteln auf die Konsistenz des Stuhlgangs

Verstopfungen, Blähungen und Durchfall – wir reden offen mit den Patienten

Eine unangepasste Ernährung, eine verringerte Flüssigkeitszufuhr oder die Einnahme von dämpfenden Medikamenten auf die Darmtätigkeit sowie Bewegungsmangel können zu Verstopfungen, Durchfall oder Blähungen führen.

Wichtig ist, dass die Patienten, ob während der Rehabilitation oder ambulant, stets Ansprechpersonen haben und wissen, an wen sie sich wenden können, um diese Probleme gemeinsam zu besprechen und zu lösen. Nur so ist es möglich zu gewährleisten, dass die Patienten ihr soziales Leben ohne unangenehmen Zwischenfälle bestehen können.

roentgenbild

Um visuell aufzuzeigen, wie eine Verstopfung aussehen kann, siehe obiges Röntgenbild. Die dunklen Flecken (vor allem rechts) entsprechen stark gasgefüllten Darmabschnitten, welche verdichtete Kotmassen (helle Strukturen) enthalten. Links ist der absteigende Dickdarm mit eingedickter (wenig lufthaltiger) Stuhlmasse aufgefüllt.

Weitere Informationen

  • Beratung für die lebenslange Nachbetreuung von Querschnittgelähmten im Ambulatorium des Zentrums für Paraplegie Balgrist, Dr. med. Jörg Henauer
 

Kommentare (36)

  • anonym am 08. Sep 2014 um 01:29 sagt:

    Als Betroffener im Paraplegiezentrum Balgrist kann ich bestätigen, dass das "Handling" mit Urin und Stuhl für (nahezu) alle Querschnittsgelähmten grösste Herausforderungen darstellt und bei Problemen massive Beeinträchtigungen des Alltags bedeutet. Die Unterstützung durch verständnissvolle und offene Mitarbeiter hilft hierbei natürlich enorm.

    Im Artikel wird mehrfach die Wichtigkeit des Zeitpunktes des Stuhlgangs betont. Hierzu noch eine Frage:

    Ist diese Regelmässigkeit auch bei Patienten, die Sensibilität im Darm haben und den "Füllstand" fühlen, notwendig? Oder könnte man hier nach dem Motte "Geh, wenn Du musst" verfahren?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • Jsabella Frei am 11. Sep 2014 um 21:55 sagt:

      Bei erhaltener Sensibilität, respektive Stuhldrang, kann prinzipiell eine Stuhlentleerung „nach Bedarf“ durchgeführt werden.
      Zu empfehlen ist jedoch, den Darm daran zu gewöhnen, sich regelmässig und zur selben Zeit zu entleeren. Das vermeidet Überraschungsentleerungen zu einer ungünstigen Tageszeit.

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  • Jsabella Frei am 21. Mar 2016 um 17:21 sagt:

    Liebe Frau Salamon-Janssen

    Um festzustellen, wo genau das Problem liegt, wäre eine ärztliche Untersuchung notwendig. Erst dann kann eine entsprechende Therapie begonnen werden.

    Wo wurden Sie rehabilitiert? Sie können sich auch gerne bei uns im Ambulatorium melden.

    Liebe Grüsse
    Jsabella Frei

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    • Dr Salamon-Janssen Maria-Elisabeth am 23. Mar 2016 um 18:42 sagt:

      Ich wurde in Langensteinbach bei Karlsruhe in Deutschland rehabilitiert das war von September 2003 bis Februar 2004Seitdem war ich nicht mehr in Reha.

      Auf diesen Kommentar antworten
  • Jsabella Frei am 30. Mar 2016 um 13:10 sagt:

    Liebe Frau Salamon-Janssen

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Ich möchte gerne nochmals darauf hinweisen, dass bei Ihnen zur Beurteilung des weiteren Vorgehens eine radiologische konventionelle Abklärung des Abdomen empfehlenswert ist, um ein individuelles Abführ-Schema zu erstellen. Ein MRI ist jedoch nicht notwendig.
    Die ganze Prozedur wird etwas Zeit brauchen, aber wird durchaus erfolgsversprechend sein.

    Wie schon erwähnt, können Sie sich bei Problemen gerne an Dr. Henauer des Ambulatoriums des Zentrums für Paraplegie Balgrist (044 386 39 12 oder dispo-pz@balgrist.ch) wenden.

    Liebe Grüsse
    Jsabella Frei

    Auf diesen Kommentar antworten
  • Dr.Maria E.Salamon-Janssen am 11. Mar 2016 um 13:34 sagt:

    Ich bin verzweifelt .Seit 6 Mon. war ich 2 mal in der Chirurgie zum AbführenJetzt habe ich schon wieder seit 1Woche keinen nennenswerten Stuhlgang mit allen Nebenwirkungen .Mein Paraplegiologe meint Telefon. lapidar sie brauchen ein Stoma.Ich habe alles ausprobiert.Ich bin Kollegin sei 12 Jahren in Höhe Th4 inkomplett gelähmt und fast Suiziden bitte helfen So mir

    Auf diesen Kommentar antworten
  • Dr.Salamon-Janssen Maria-Elisabeth am 23. Mar 2016 um 18:46 sagt:

    Ich wurde von September 2003 bis Februar 2004 rehabilitiert.Anschliessend war ich in keiner Reha mehr

    Auf diesen Kommentar antworten
  • Maria am 19. Sep 2016 um 12:28 sagt:

    Sehr geehrte Frau Frei,

    ich nochmal :-)
    Es hat sich bei mir insofern verbessert nach Ihren Tipps, dass ich nur noch 1x, maximal 2x die Woche abführe, und dann richtig viel. Damit kann ich eigentlich leben.
    Es kommt nur nicht gleich alles auf einmal raus, sondern erst komplett, wenn ich ein Klistier nutze?
    Stimulance half nicht viel.
    Und nach dem Klistier rutscht leider weiter noch ein großer Pups nach, leider kann ich nicht immer gleich die Einlage wechseln. Nachtasten half nach wie vor nichts. Das stört mich immer noch.
    Muss ich dies vielleicht akzeptieren, dass es zu meinem Körper gehört?

    Freundliche Grüße, Maria

    Auf diesen Kommentar antworten
  • Maria Merker am 18. Apr 2016 um 19:29 sagt:

    Sehr geehrte Frau Frei,

    Besten Dank! Ihre Mühe bzw die Antwort haben mir sehr geholfen.
    Gestatten Sie mir noch die Frage nach den Pupsen (siehe oben ) ?
    Das kann ich mir nicht so erklären.

    Besten Dank nochmal!

    Viele Grüße, Maria Merker

    Auf diesen Kommentar antworten
  • Jsabella Frei am 18. Apr 2016 um 19:06 sagt:

    Liebe Frau Merker

    Mit der LION-Prozedur kenne ich mich leider nicht aus und habe deshalb Ihre Anfrage an unsere Ärzte - im Speziellen an jene der Urologie - weitergeleitet.

    Folgend finden Sie die Anwort:

    Besten Dank für die Anfrage. Die LION-Prozedur ist insofern kritisch zu betrachten, als dass es ein invasives und sehr kostspieliges Verfahren ist, für das es leider noch sehr wenig bis keine Evidenz gibt. Der Ansatz und die Idee sind sicherlich interessant, aber hier fehlen sowohl ausreichende Grundlagenstudien am Tier und klinische Studien am Menschen, um insbesondere hinsichtlich Kosten und Invasivität des Verfahrens eine Empfehlung geben zu können.

    Ich hoffe, wir konnten Ihnen ein wenig weiterhelfen.

    Liebe Grüsse
    Jsabella Frei

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  • Jsabella Frei am 31. Aug 2016 um 12:33 sagt:

    Liebe Frau Merker

    Abführlaxans sollten Sie nicht öfters einnehmen.
    Jetzt geht es eher darum eine härtere Stuhlkonsistenz zu erhalten, um ungewollte Stuhlabgänge zu vermeiden.
    Probiotika ist eine gute Idee und empfehlenswert. Wir verschreiben gerne zusätzlich Stimulance.
    Dies ist ein Ernährungsergänzungszusatz und hilft die Stuhlkonsistenz zu verändern.
    In der Regel sollte sich die Stuhlkonsistenz und – frequenz mit 3-4 Messlöffeln Stimulance pro Tag verbessern und einspielen.
    1 Messlöffel Stimulance (6.3 Gramm Pulver) enthält 5 Gramm Nahrungsfasern/Ballaststoffe.

    Mit schönen Grüssen
    Jsabella Frei

    Auf diesen Kommentar antworten
  • Merker am 11. Aug 2016 um 21:20 sagt:

    Sehr geehrte Frau Frei,

    herzlichen Dank! Ich bin froh, dass ich diesen Blog hier gefunden habe.
    Vom Handling mit dem Stuhlgang bin ich nun zu 80% zufrieden, kaum noch Blähungen oder Bremsspuren... es gibt nur noch den negativen Punkt, dass ich derzeit zwar regelmäßig abführe, aber nicht mehr solche Mengen wie vorher:
    Immer nur kleine Häppchen und dann kommt auf einmal einen Tag die Woche richtig viel - leider auch über den Tag verteilt gerne 2 oder 3x.
    Es hatte sich da wohl alles über die kleinen Häppchen hinaus angesammelt und kommt dann raus, nur eben so wie heute früh und auch nachmittags...
    Solch ein Unfall passiert mir aktuell gerade 1x die Woche, nicht akzeptabel für mich. Kloster und ausräumen manuell hilft auch nicht, wenn es später nachrutscht und auch Laxans helfen nicht immer.

    Es tut mir leid, nochmal fragen zu müssen, aber vielleicht profitieren ja auch andere vom Mitlesen.

    Freundliche Grüße,
    Maria

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  • Jsabella Frei am 14. Jul 2016 um 11:30 sagt:

    Liebe Maria

    Bezüglich der Therapie bei Blähungen werde ich Sie gerne auf dem Laufendem halten.

    Die Urologie können Sie unter der folgenden E-Mailadresse kontaktieren: neuro-urologie@balgrist.ch
    Die Adresse ist unter dem Zentrum für Paraplegie aufgeführt. Sie gelangen so ans Sekretariat, welches Ihre Anfrage direkt an die Urologie weiterleitet.

    Alternativ können Sie auch unter "Ärztliche Leitung" auf PD Dr. Thomas Kessler klicken und anschliessend das Kontaktformular ausfüllen.

    Ich hoffe, ich konnte Ihnen behilflich sein.

    Schöne Grüsse
    Jsabella Frei

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  • Rigobert Rink am 17. Apr 2015 um 12:55 sagt:

    sehr geehrte Frau Frey,
    ich bin nach einem Autounfall im Juli 2002 Tetraplegiker C4/C5. Bis vergangenes Jahr im Oktober hatte ich kaum Probleme mit dem abführen. Dann plötzlich vermehrt leichte Obstipation, Blähungen und schließlich ein Fäkalom und dann nochmal im Februar 2015 das gleiche.
    Ich bin selbst von Beruf Krankenpfleger und habe als Stationsleitung in einem Altenheim in Luxemburg gearbeitet. Ich bin Deutscher, lebe aber seit meiner Querschnittslähmung in einem Foyer für Menschen mit Behinderung in Luxemburg.
    Mit Großem Interesse habe ich ihre Studie über die Damenrehabilitation Version 1.7 aus dem Jahre 2010 gelesen. Ist es möglich diese Studie auch in französischer Sprache herunterzuladen. In Luxemburg sprechen viele Ärzte leider nur französisch.
    Viele ihrer Anmerkungen in der Studie kann ich nur zustimmen und aus eigener Erfahrung bestätigen. Allerdings ist es (vielleicht auch nur mein Gefühl weil ich nun mal Krankenpfleger bin) häufig so, dass ich mich mit meinen „Ängsten“ und meinen Problemen nicht ernst genug genommen fühle. aber es ist äußerst schwierig nicht als „Extrawurst“ mit extra wünschen von den pflegenden (leider nur ein Krankenpfleger/in pro Schicht und meistens kaum Pflegehelfer sondern eher Erzieher) angesehen zu werden und Verständnis, Zutrauen zu bekommen und vor allem ernst genommen werden.
    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort, die Studie in französischer Sprache könnte mir weiterhelfen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rigobert

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    • Jsabella Frei am 06. May 2015 um 11:03 sagt:

      Hallo Rigobert
      Die Studie "Darmrehabilitation" haben wir nur auf deutsch und englisch. Die englische Version könnte ich Ihnen gerne zusenden, wenn Sie wünschen.
      Schöne Grüsse Jsabella Frei

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  • Jsabella Frei am 15. Nov 2016 um 12:23 sagt:

    Hallo Maria

    Ich war länger in den Ferien, daher Entschuldigung für die späte Antwort.

    Verstopfung kann immer wieder vorkommen. Aber wenn die von Ihnen geschilderten Symptome (zuerst harter Stuhlgang, anschliessend breiig) über einen längeren Zeitraum anhalten sollten, kann dies eine sogenannte Paradoxe Diarrhoe sein. Hierbei handelt es sich um eine typische Spätkomplikation, ein Schein-Durchfall bei Verstopfung.

    Sollte in der Zwischenzeit keine Besserung bei Ihnen aufgetreten sein, empfehle ich Ihnen beim Arzt ein Rö-Abdomen und evtl. ein komplettes Abführen mittels X-Prep. Nur so kann der Darm wieder neu eingestellt werden.

    Mit freundlichen Grüssen
    Jsabella Frei

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  • Jsabella Frei am 25. Apr 2016 um 18:29 sagt:

    Liebe Frau Merker

    Eine Ursache für feuchte Winde kann verbliebene Flüssigkeit / Luft im Enddarm nach einer Klistieranwendung sein. Daher empfehle ich nach dem Abführprozedere noch ein paar Minuten sitzen zu bleiben und den Enddarm auszumassieren, damit eventuelle Restluft entweichen kann.
    Es wird jedoch etwas Zeit brauchen, bis sich der Darm normalisiert und die Luft weniger wird. Zwar brauchen Sie Geduld, aber es wird sicher besser und die Luft wird weniger werden.

    Schöne Grüsse
    Jsabella Frei

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  • Jsabella Frei am 27. Sep 2016 um 18:59 sagt:

    Liebe Frau Merker

    Die Wirkung von Stimulance zeigt sich erst 4 bis 5 Wochen nach regelmässiger Einnahme.
    Wichtig ist, dass die Stuhlkonsistenz nicht zu weich, sondern eher im härteren Bereich ist.
    So kann auch ein Pups eher minimiert werden.

    Ich meine jedoch, dass sich Ihre Darmtätigkeit gut entwickelt, dies jedoch noch seine Zeit erfordert.
    Ich würde Ihnen empfehlen, weiterhin die Abführmedikamente so einzunehmen wie gehabt, inklusive Stimulance nach Schema.
    Schema heisst: 3 Tage lang eine Dosis am Morgen, die nächsten 3 Tage eine Dosis morgens und abends und anschliessend 3 Mal täglich.

    Freundliche Grüssen
    Jsabella Frei

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  • Maria am 25. Oct 2016 um 14:12 sagt:

    Sehr geehrte Frau Frei,

    bezüglich der härteren Stuhlkonsistenz kann ich folgendes berichten :
    In den letzten Tagen hatte ich harten Stuhl, der sehr langsam abgeführt wurde (über 24h hinweg) und der erst kügelchenweise ausgeschieden wurde. Es war sehr anstrengend und ich habe geschwitzt/gefroren gleichzeitig.
    Erst nachdem die harten Brocken rauskamen, habe ich massiv breiig abgeführt.
    Dies hat aber auch noch etwas gedauert und danach hatte ich 4-5x noch Stuhlspuren.
    Ich habe ganz normal mein Abführschema gehabt und 1x 10 Tropfen Abführlaxans genutzt.

    Trotzdem kann ich mir die Verstopfung / den harten Stuhl überhaupt nicht erklären. Verstopft war ich zwar öfter, aber so hart war mein Stuhl nicht. Hab immer genug getrunken.
    Kann es sein, dass die Verstopfung immer wieder durchkommt?

    Freundliche Grüße
    Maria

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  • Jsabella Frei am 03. Aug 2016 um 18:42 sagt:

    Liebe Frau Merker

    Abführlaxantien (1 bis 2 Mal pro Monat eine Dosis von 15 Tropfen) sind nicht schädlich. Im Gegenteil, sie können sogar sinnvoll sein, um den Darm vollständig zu entleeren. Schädlich sind sie erst bei zu häufiger Anwendung.

    Klistier kann im Liegen oder im Sitzen verabreicht werden. Bei den einen geht es im Liegen besser, bei den anderen im Sitzen. Hier muss ausprobiert werden, wie es am besten für einen funktioniert.

    Mit schönen Grüssen
    Jsabella Frei

    Auf diesen Kommentar antworten
  • Maria Merker am 22. Jul 2016 um 20:53 sagt:

    Sehr geehrte Frau Frei,

    herzlichen Dank! Damit haben Sie mir sehr geholfen!

    Letzte Frage : ist es schädlich, wenn ich ab und an (1-2x monatlich ) 15 Tropfen Abführlaxans nutze, um vollständig abzuführen? Und somit den Darm "durchzupusten"?
    Beim 1. Mal der Anwendung kam nämlich doppelt so viel raus wie üblich und Blähungen habe ich kaum seitdem...
    Die digitale Nachkontrolle bringt bei mir nicht viel (siehe auch oben )....

    Freundliche Grüße,
    Maria Merker

    PS. Klistiergabe im Liegen ist effektiver als im Sitzen oder ist es egal? Weil im Sitzen kann es ja rauslaufen....

    Auf diesen Kommentar antworten
  • Maria am 08. Jan 2016 um 23:23 sagt:

    Sehr geehrte Frau Frei,

    wo hier im Artikel und auch in den Kommentaren Blähungen erwähnt werden :
    Ich leide gerade seit 6 Tagen daran trotz ausgewogener Ernährung und viel trinken . Lediglich die Bewegung in Form von Physiotherapie ist etwas reduziert seit 3 Wochen.
    Stuhlgang habe ich fast täglich (versuche meinen Abführrhythmus einzuhalten) und trotzdem quälen mich häufige, starke Blähungen - sehr unangenehm.
    NahrungsmittelUnverträglichkeiten sind nicht bekannt.

    Was mache ich falsch bzw was kann ich tun?

    Freundliche Grüße, Maria

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  • Maria Merker am 11. Apr 2016 um 23:19 sagt:

    Sehr geehrte Frau Frei,

    ich bedanke mich schon einmal für die guten Tipps, die ich von Ihnen erhalten habe. Mein Stuhlgang ist nun viel regelmäßiger geworden. Was mich nur noch stört, sind ab und an feuchte Winde 4-5 Stunden nach Klistiergabe sowie dem abführen?
    Es bleibt immer noch ein feuchter Pups zurück nachdem abgeführt wurde bzw das Klistier zum Einsatz kam.
    Ist das normal?

    Noch eine Frage, wobei ich nicht weiß ob ich hierzu von Ihnen Antwort bekomme, was ich jedoch hoffe:
    Was halten Sie von der LION-Prozedur an den Beckennerven zur Behandlung therapieresistenter Fehlfunktionen der unteren Harnwege und des Verdauungstraktes von Prof.Possover?
    Dies wäre ja doch eine große Erleichterung. ..

    Viele Grüße,
    Maria Merker

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  • Jsabella Frei am 12. Jan 2016 um 15:33 sagt:

    Liebe Maria

    Blähungen bei Querschnittlähmung ist eine komplexe Nebenwirkung und schwer zu behandeln, da es wenige Behandlungsmethoden gibt.
    Es ist gut, wenn Sie Ihren Abführrythmus beibehalten. Nehmen Sie noch zusätzlich Abführmedikamente?
    Wir empfehlen zusätzlich eine Darmmassage auf der Toilette und 3 - 4 Tassen Anis-Fenchel-Kümmeltee zu trinken. Der Anis und Kümmel löst die Luft.
    Folgend Tabletten empfehlen wir zudem: Imogas forte 3x1; sie ist rezeptpflichtig.
    Gute Erfahrungen haben wir mit actilife und/oder Magendarm-Entspannungstabletten gemacht. Die enthalten als Wirkstoff Simetivone. Dies ist ein Wirkstoff der gegen Blähungen und Völlegefühl hilft. Diese Tabletten sind in der Migros oder im Coop erhältlich. Wir geben unseren Patienten zudem gerne eingelegte Pflaumen ab und warme Wickel vor dem Abführen entspannen den Bauch.
    Wird es jedoch nicht besser in den kommenden Tagen, empfehle ich immer einen Besuch beim Arzt für Röntgenaufnahmen des Abdommens. Somit kann eine eventuelle Verstopfung ausgeschlossen werden. Denn eine Verstopfung muss entsprechend behandelt werden
    Wichtig: Auf kohlensäurehaltige Getränke verzichten.

    Liebe Maria
    Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein paar gute Ideen mitgeben, ansonsten melden Sie sich ungeniert persönlich bei mir.
    Freundliche Grüsse
    Jsabella Frei

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    • Maria am 18. Jan 2016 um 23:37 sagt:

      Sehr geehrte Frau Frei,

      herzlichen Dank für Ihre vielen und kompetenten Tipps! Werde ich versuchen, umzusetzen.
      Ich dachte immer, wenn man regelmäßig Stuhlgang hat, kann man keine Verstopfung haben?
      Zum Abführen nutze ich Movicol alle 2 Tage und Klistier.

      Jedenfalls muss ich sagen, dass ich seit ungefähr 4 Tagen kaum noch Blähungen habe - es hat dafür umgeschlagen, dass ich immer grobe Stuhlgang - bzw Bremsspuren im Slip habe.... das ist auch nicht das, was ich möchte?
      Ich wechsle natürlich dann die Einlage, nur blöd und meinem Partner gegenüber unangenehm, wenn ich das 1-2x am Tag habe (diese Stuhlgangspuren. ..).
      Gibt es auch hier Abhilfe?

      Freundliche Grüße und einen schönen Abend,
      Maria

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  • Jsabella Frei am 26. Jan 2016 um 13:29 sagt:

    Liebe Maria

    Auch wenn man einen guten Abführ-Rhythmus hat (täglich, jeden zweiten Tag oder dreimal wöchentlich), kann es zu einer Verstopfung kommen, welche vielfach erst nach Wochen oder Monaten spürbar ist. Symptome dafür sind ein geblähter Bauch, beginnende Appetitlosigkeit oder Völlegefühl, Mühe beim Atmen oder vermehrte Müdigkeit.

    Nun aber zu Ihrem Problem: Bei Stuhlgangspuren besteht die Möglichkeit, dass der Darm nicht komplett entleert ist. Daher würde ich Ihnen eine manuelle Nachkontrolle empfehlen, welche beispielsweise durch die Dehnung des Schliessmuskels mit behandschuhtem Zeigefinger (mit kreisender Bewegung) erfolgt.

    Online finden Sie unsere Arbeit zum Thema „Darmrehabilitation". Bei Interesse lohnt es sich, einmal in diese Arbeit reinzuschauen.

    Liebe Grüsse
    Jsabella Frei

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  • Maria Merker am 20. Jun 2016 um 17:59 sagt:

    Sehr geehrte Frau Frei,

    nun möchte ich mich wieder melden. Leider ist es mit den Stuhlgangsspuren nicht wirklich besser geworden.
    Bei Pupsen sage ich mir inzwischen auch schon, dass es fast normal ist, schließlich müssen auch gesunde Menschen mal "Luft ablassen" ?

    Sie sind ja eine kompetente Ansprechpartnerin in Sachen Darm, haben Sie auch eine Anlaufstelle für mich, an die ich mich wenden kann wenn ich Fragen zum Thema Blase habe?
    Hierüber fand ich nichts konkretes, sollte ich was übersehen haben, Verzeihung.

    Herzlichen Dank und Gruß

    Auf diesen Kommentar antworten
  • Jsabella Frei am 24. Aug 2016 um 17:54 sagt:

    Liebe Frau Merker

    Ich hätte zwei Fragen zu Ihrem Problem:

    1. Wie ist die Konsistenz des Stuhlgangs? Das wäre wichtig für mich zu wissen.
    2. Haben Sie etwas an Ihrem Ess-/Trinkverhalten verändert?

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Liebe Grüsse
    Jsabella Frei

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  • Maria am 25. Aug 2016 um 10:15 sagt:

    Sehr geehrte Frau Frei,

    Danke für Ihre Antwort!
    Mein Stuhlgang ist derzeit breiig. Ganz genau kann ich es nicht immer beurteilen, da ich leider öfters auch draufgesessen habe und es somit breitgematscht ist.
    Mein Essverhalten und Trinken habe ich nicht verändert.

    Ich habe mir überlegt, vielleicht auch einfach öfter diese Abführlaxans Tropfen zu nehmen oder einfach mal Probiotika einnehmen für den Darm?

    Freundliche Grüße und einen schönen Tag!
    Maria

    Auf diesen Kommentar antworten
  • Jsabella Frei am 30. Jun 2016 um 20:27 sagt:

    Liebe Frau Merker

    Schön von Ihnen zu hören. Ja, Sie haben recht, auch gesunde Menschen (Fussgänger) haben Luft, die raus muss.
    Und es ist gut, dass sie raus geht, sonst hätten wir ein sehr unangenehmes Bauchgefühl.

    Wir arbeiten noch emsig an einer guten, angepassten Therapie gegen Blähungen und hoffen auf ein positives Ergebnis.

    Betreffend Blase würde ich Ihnen unsere Urologie empfehlen. Der leitende Arzt ist Dr. T. Kessler.

    Ich hoffe es klappt, ansonsten können Sie sicher gerne auch per Mail bei mir melden.

    Schöne Grüsse
    Jsabella Frei

    Auf diesen Kommentar antworten
    • Maria am 11. Jul 2016 um 11:54 sagt:

      Liebe Frau Frei,

      herzlichen Dank!
      Bezüglich Ihrer Therapie bei Blähungen wäre es sehr toll, wenn Sie mich auf dem Laufenden halten.

      Gerne wollte ich auch die Urologie kontaktieren, muss jedoch beschämt zugeben, dass ich gar nicht weiß, worüber ich den von Ihnen genannten Arzt erreiche?
      Auf dieser Homepage fand ich ihn nicht, haben Sie einen Link?

      Herzlichen Dank und schönen Tag,
      Maria

      Auf diesen Kommentar antworten
  • Ruth am 05. Dec 2015 um 20:56 sagt:

    Sehr geehrte frau frey, seit ca 6 wochen bin ich extrem gebläht. Alle hosen zu eng. Gewicht stabil. Stuhlgang reduziert. Kopfschmerz. harn läuft seit lp vor 18 jahren ins gewebe. Thorasem 2x 20 mg täglich. Harnsäurewerte grenzwertig. Kreatinin ebenfalls. Mühe mit atmung. Kein gefühl für darmfüllung. Wenn kot sofort wc. Verstopft nein. Kot ablass Mit der blähung reduziert. Vil aufstossen was lindernd ist. Haben sie mir einen rat. . Lieben dank und grüsse ruth

    Auf diesen Kommentar antworten
    • Jsabella Frei am 08. Dec 2015 um 20:08 sagt:

      Hallo Ruth
      Ich weiss nicht ob Sie tägl Abführen oder jeden 2 Tag. Aber bei Blähungen empfehle ich 3-4 Tassen/Tag Anis-Fenchel-Kümmeltee, vermeiden von Kohlensäurehaltigen Getränken, achten auf die Ernährung.
      Auf Toilette gute Bauchmassage. Damit kann Luft aus dem Enddarm hinausmassiert werden.
      Sollte Stuhlgang weiterhin reduziert sein (Nehmen Sie zusätzlich Abführmittel?) würde ich vorübergehen Movicol -Sachet empfehlen um die Darmperistaltik zu stimulieren. Muss vom Arzt rezeptiert werden.
      Wir geben noch gerne eingelegte Pflaumen 1 - 2x/Tag.
      Wichtig: 2 - 2.5 L zu Trinken am Tag
      (Sollten die Beschwerden nicht abnehmen, wäre durch den Hausarzt ein Röntgen - Abdomen gut, um zu sehen ob nicht doch eine Verstopfung vorhanden ist. Dann muss anders Therapiert werden)

      Ich hoffe, Ihnen damit geholfen zu haben, ansonsten gerne wieder melden

      Freundliche Grüsse
      J.Frei

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  • Patricia am 20. May 2017 um 17:18 sagt:

    hallo Frau Frei,
    ich bin seit mehreren Jahren im Rollstuhl (schwere MS) bislang hatte ich einen guten Darmentleerung Rhythmus. Täglich wurde ich mit einem Klister abgeführt, die Pflegerin hat nachher noch nachgesehen ob ich vollständig leer war. Das klappte sehr sehr gut, bis heute hat mir die Dame gesagt sie dürfe das nicht mehr und jetzt habe ich natürlich Angst dass es Pannen gibt…

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  • Jsabella Frei am 30. May 2017 um 12:47 sagt:

    Liebe Patricia

    Wenn ein Schema gut funktioniert, sollte es nicht geändert werden. Daher verstehe ich Ihre Unsicherheit sehr gut. Mich würde die Begründung interessieren, warum Sie nicht weiterhin wie bislang abgeführt werden können, obwohl es gut funktioniert?

    Auf Ihre Antwort freue ich mich.
    Mit lieben Grüssen
    Jsabella Frei

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    • brimeyer-Frank am 23. Jun 2017 um 16:13 sagt:

      liebe Frau Frey

      entschuldigen Sie bitte das ich so lange gebraucht habe um Ihnen zurückzuschreiben, aber ich musste meinem Pflegedienst kündigen (sehr zu meinem Bedauern) und jetzt hab ich einen neuen das Einrodieren dauert allerdings noch… Na ja. Mein neuer Pflegedienst macht allerdings kein Klistier im Sitzen ( anscheinend zu gefährlich) jetzt werde ich im Bett also liegend ausgeräumt… Nicht so toll. ich bin am überlegen ob es keine andere Lösung gibt…

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